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14.05.2010

Göring-Eckardt: Kirchentag findet immer noch Gehör

Trotz eines Vertrauensverlusts der Kirchen kann der 2. Ökumenische Kirchentag nach Ansicht der Grünenpolitikerin Katrin Göring-Eckardt vielen Menschen Orientierung geben. Das Großereignis sei nach wie vor eine "Zeitansage" und werde "ganz sicher" Gehör finden, sagte die Bundestagsvizepräsident am Mittwoch kurz vor der Eröffnung des Treffens im Deutschlandfunk. Christliche Maßstäbe leiteten sich von Jesus und der Bibel her, nicht von einzelnen Personen, die Fehler machten.


Es werde ein "Aufatmen" geben in München, sagte Göring-Eckardt, die dem Vorstand des 2. Ökumenischer Kirchentags angehört, mit Blick auf den Missbrauchsskandal der vergangenen Monate. Der Kirchentag werde sich mit diesem schweren Thema ausführlich beschäftigten. Unter anderen seien Pater Klaus Mertes vom Berliner Canisius-Kolleg, der in der katholischen Kirche den Stein ins Rollen brachte, und die Beauftragte der Bundesregierung für die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch, Christine Bergmann (SPD) eingeladen.

Als "sehr hilfreich" bezeichnete Göring-Eckardt die jüngsten Äußerungen des Papstes. Benedikt XVI. hatte am Dienstag von "Sünden innerhalb der Kirche" gesprochen hatte, die belastender seien, als alle Angriffe von außen. Das sei eine wichtige Botschaft, die deutlich mache, dass sich niemand mehr verstecken könne. Jetzt müsse alles auf den Tisch kommen, und dann müssten auch "Strukturfragen" gestellt werden.  

Das Motto des Kirchentags bedeute für sie, dass die Welt verändert werden könne, sagte Göring-Eckardt. Insbesondere das Wirtschafts- und Finanzsystem, das so nicht mehr funktioniere, sei veränderungsbedürftig. Auf dem Kirchentag solle über Alternativen geredet werden. In München werden bis Sonntag 100.000 Besucher erwartet. Unter dem Motto "Damit ihr Hoffnung habt" gibt es rund 3.000 Veranstaltungen.





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