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15.05.2010

Zollitsch widerspricht Käßmann: Pille ist kein Geschenk Gottes

Margot Käßmanns Bewertung der Pille als "Geschenk Gottes" hat Widerspruch der katholischen deutschen Bischöfe hervorgerufen. Er wolle der früheren Bischöfin "entschieden widersprechen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, am Samstag auf Nachfrage von Journalisten beim Ökumenischen Kirchentag in München.


Erzbischof Robert Zollitsch (© K. Schmid)

Erzbischof Robert Zollitsch (© K. Schmid)

Die Pille "ist etwas, was von Menschen gemacht ist, und nichts, was von Gott als Geschenk in die Welt hineinkam". Daraufhin griff auch der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Präses Nikolaus Schneider, das Thema auf. Dass Gott "die Pille auf die Erde gebracht hat" könne keiner ernsthaft meinen, "und das meint Frau Käßmann auch nicht ernsthaft", so ihr Nachfolger an der EKD-Spitze. Schneider weiter: Von Gott sei allerdings die Sexualität, die eine gute Gabe Gottes sei. Und es gehe bei der Äußerung Käßmanns um den verantworteten Umgang mit Sexualität.

Käßmann hatte sich am Donnerstagabend in einem ökumenischen Frauengottesdienst im katholischen Liebfrauendom zur Pille geäußert und sie dabei wörtlich als "Geschenk Gottes" bezeichnet. Wer sich gegen Kinder- und Müttersterblichkeit sowie die Überbevölkerung engagieren wolle, "wird für Geburtenkontrolle, für einen offenen Zugang zu Verhütungsmitteln eintreten", sagte sie. Die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende verwies auf die Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern sowie auf das Wachstum der Weltbevölkerung. Auch wenn die Pille für viele etwas "Anrüchiges" habe, könne sie in diesem Zusammenhang positive Effekte haben. Es gehe um "Liebe ohne Angst" und um "verantwortliche Elternschaft". (kna/ks)





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